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  • Maddi

Stornierung von Charteryachten in Zeiten von Corona - Was ist da eigentlich möglich?



Kurz vor Beginn der Segelsaison nun das: Corona hält uns alle in Atem und es ist noch völlig unklar, wann es denn mit der Segelei losgehen kann. Gestern bekam ich einen Newsletter des Vercharterers Real Sailing auf Fehmarn, mit dem ich in der Vergangenheit leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben - schöne Boote, aber extrem selbstbewusst und wenig kundenorientiert. Sei es drum. Jedenfalls schrieb Martin Jannssen von Real Sailing, man solle sich darüber im Klaren sein, dass die Absage von Sportveranstaltungen auch keine Stornierung rechtfertigen würde. Und zudem würde man bereits mit dem eigenen Anwalt klären, was nun Sache ist. Damit wollen die Jungs von Real Sailing offenbar präventiv möglichen Stornierungen entgegen wirken.


Aber wie ist denn hier eigentlich die Rechtslage?


Stornierung von Charterverträgen:

In aller Regel ist es so, dass in den Charterverträgen festgelegt ist, dass der Vercharterer nicht für außergewöhnliche Umstände bzw. "höhere Gewalt" haftet. Außergewöhnliche Umstände - früher höhere Gewalt - liegen vor, wenn ein von außen einwirkendes Ereignis die Reise erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt. Darunter fallen zum Beispiel Naturkatastrophen und Kriege oder Seuchen, Epidemien und Pandemien. Nun ist es aber so, dass das Chartern einer Yacht als individuelle Dienstleistung zu verstehen ist, die nicht unter die reiserechtlichen Regelungen der Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) fällt. Die Charter einer Yacht ist eben keine Pauschalreise. Damit ist davon auszugehen, dass derzeit jedenfalls dann keine Stornierung möglich ist, wenn es lediglich darum geht, dass etwa eine Anreise zur Charteryacht z.B. für den Charterer nicht möglich ist.


Kulanzregelungen der Vercharterer: Viele Vercharterer bieten nun allerdings wegen der außergewöhnlichen Lage Kulanzregelungen für betroffene Charterer an: Dabei wird allerdings kein Geld zurückerstattet, aber die Verschiebung des Törns auf eine andere Zeit im Jahr 2020 angeboten. Das soll in der Regel im gleichen Revier erfolgen, bei großen Vercharterern wird auch ein Revierwechsel angeboten.

Reiserücktrittsversicherungen: Bei versicherten Personen ist eine Corona – Erkrankung in aller Regel zwar eingedeckt, allerdings ist es fraglich, ob ein Versicherer die Kosten für eine Stornierung wegen unmöglicher oder erschwerter Anreise im Rahmen einer Reiserücktrittsversicherung übernimmt. Auf jeden Fall würde ich es versuchen, mit einer entsprechenden Vorlage von geeigneten Dokumenten, mit denen etwa die Quarantäne - Anordnung durch die Behörde belegt ist, den Anspruch bei dem Versicherer geltend zu machen. Falls das nicht klappt, sollte ein Fachanwalt für Versicherungsrecht zu Rate gezogen werden.


Bleibt gesund!


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