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Katamaran - Segeln mit Dart 20 zwischen Föhr, Amrum und Hooge

Was macht man mit 71 Jahren an einem sonnigen und windigen Donnerstagnachmittag auf Föhr? Man geht Katamaran segeln – so jedenfalls mein Segelpartner, der vor annährend 25 Jahren bei Windsurfing Föhr das Kat – Segeln lernte und auch im zunehmenden Alter mit einem Dart 20 zwischen Föhr, Amrum und Hooge unterwegs ist. Mein Segelpartner ist der Beweis dafür, dass Segeln Körper und Geist fit hält.


Und ich hatte die Gelegenheit, mit ihm mitzusegeln. Auch wenn ich lieber an der Pinne sitze, habe ich den Job als Vorschoter gern übernommen. Denn ich konnte ein neues Boot kennenlernen – den Dart 20. Und natürlich einen neuen Segelpartner, der sich als Insulaner und langjähriger Katamaran - Segler offenbar wie kein Zweiter im Revier zwischen Föhr, Amrum und Hooge auskennt.

Gleich geht`s auf`s Wasser: Mit dem Dart 20 vor Föhr unterwegs


Der Dart - Katamaran ist eine internationale Einheitsklasse und es werden viele Regatten insbesondere mit dem Dart 18 ausgetragen. 1975 vom gleichnamigen Erfinder des Tornado Katamarans konstruiert, zeichnet den Dart insbesondere seine Sicherheit aus. In den Rümpfen des Dart wurden Schwimmkörper verbaut, so dass das Boot bei einer Beschädigung der Rümpfe seine Schwimmfähigkeit behält.

Katamaran Dart 20 Stampede


Das Revier, in welchem ich seit einigen Jahren unterwegs bin, liegt zwischen Föhr, Langeneß, Hooge und Amrum. Wenn man dort segelt, sind die Besonderheiten, wie Tiden, Untiefen und Strömungen in besonderem Maße zu beachten.


Amrum ist der erste Hafen in der Norderaue, von See her über das Rütergatt erreichbar. Der Tidenhub beträgt dort mehr als drei Meter. Der Hafen von Wyk ist demgegenüber fast tidenfrei und bietet alle Versorgungsmöglichkeiten. Dagebüll ist für Sportboote gesperrt, nur an der Südpier kann kurzzeitig festgemacht werden.


Mit den Katamaranen starten wir am Leuchtfeuer Ohörn am Südstrand von Föhr. Dort haben die Segelschule Windsurfing Föhr und der Föhrer Katamaran Klub ihre "Homebase".


Für die Fahrwasser Marschnack westlich Langeneß, Mittelloch zwischen Föhr und Amrum und das Föhrer Ley östlich Föhr sind sehr gute Revierkenntnisse erforderlich.


In der Süderaue sind die Untiefen zu beachten, die das Hooger Fahrwasser und das Langeneß-Fahrwasser trennen.


Auf Hallig Hooge kommen Sportboote im kleinen Prielhafen unter, der durch eine 4,70 m breite Schleuse erreicht wird. Bei Querwind muß die Schleuse zügig durchfahren werden, damit das Boot sich nicht in der Schleuse verkeilt. Da der Hafen von Hooge trocken fällt, und die Schiffe nicht in weichen „Schlubber“ einsinken können, ist er für Kielschiffe nur zu empfehlen, wenn die Mannschaft mit solchen Bedingungen vertraut ist.

Segelrevier zwischen Föhr, Amrum und Hooge


Südstrand Föhr - Langeneß - Hooge (12,5 nm)

Unser erster Törn war ein ca. 13 nm langer Schlag von Föhr Richtung Langeness und im Nordmarsch - Fahrwasser Richtung Hooge, bevor wir vor Hooge in die Wende gingen und diese Strecke in etwa wieder zurücksegelten. Dabei konnte ich den Dart 20 als Vorschoter kennen lernen. Die Windverhältnisse waren angenehm, wir hatten kaum Welle und ich konnte entspannt im Trapez segeln. während wir mit etwa 12 kn Richtung Hooge unterwegs waren. Der Dart 20 läuft fast wie auf Schienen. Ein sehr entspanntes Segeln. Nach etwa einer Stunde waren wir wieder am Südstrand angelangt. Ein schöner Schlag, den man auch mit einem Anlanden auf Hooge hätte erweitern können.

Unser erster Dart 20 - Törn: 12 nm vom Südstrand Wyk vorbei an Langeneß Richtung Hooge


Südstrand Föhr - Amrum (12 nm)

Nachdem ich auf diesem Schlag für akzeptabel befunden wurde, als Vorschoter mitzusegeln, war die Planung, zwei Tage später gemeinsam einen weiteren Törn Richtung Amrum zu unternehmen. Hochwasser war für 18.30 Uhr angesagt. Und Wind, viel Wind. Windfinder.com zeigte bis 6 bft an und Windy sagte einen Grundwind von 21 kn und Böen in 30 kn voraus. Eigentlich ist das für einen Katamaran zu viel. Jedenfalls dürfte man mit einem Hobie 15 und vermutlich auch mit einem Hobie 16 ohne einen kräftigen Vorschoter nicht allzu weit kommen. Und außerdem geht so ein Wetter auf`s Material.

Grenzwertige Verhältnisse zum Katamaran - Segeln


Wir einigten uns darauf, um 16.00 Uhr die Windverhältnisse vor Ort zu prüfen. Als wir uns am Südstrand trafen, sah alles gut aus, wobei man außerhalb der Landabdeckung schon erkennen konnte, dass die See ziemlich kabbelig war. Wir hatten Wind aus NNW und auflaufendes Wasser, d.h. Wind gegen Strom, was immer zu einer steilen Welle führt.

Vorbereitungen am Dart 20: Pinnenausleger und Großschot befestigen

Dennoch wollten wir es versuchen. Unmittelbar nach dem Ablegen wurde deutlich, dass der Wetterbericht zutraf. Aus der Landabdeckung raus, nahm der Wind gewaltig zu. Insbeondere vermiesten uns kräftige und permanente Böen den entspannten Ritt über das Wasser. Wir entschlossen uns, die Fock drinnen zu lassen, sodass meine Aufgabe als Vorschoter allein darin bestand, als Gewichtstrimmer zu fungieren. Aber das war auch mehr als genug. Am Dart gibt es für den Vorschoter übrigens eine sog. Hawaii - Leine, die einmal innen um das Trampolin geführt wird. Diese Leine ermöglicht es dem Vorschoter, sich vorn und hinten festzuhalten. Damit steht der Vorschoter deutlich sicherer im Trapez und der Steuermann kann entsprechend abrupter reagieren, wenn es zum Beispiel böig ist.

Ablegen mit dem Dart 20


Aber trotz der Hawaii - Leine hat mich am Anfang eine Welle massiv aus dem Trapez gehauen. Ich konnte mich allerding schnell fangen und auf das Trampolin ziehen. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten ging es immer besser, ich war im Dauereinsatz im Trapez und wurde durchgehend durch die anrollenden Wellen, die wir mit dem Dart durchschnitten, geduscht. Mein Segelpartner steuerte versiert und gleichermaßen elegant die Böen aus. Wir waren schnell unterwegs und holten dabei ein vor uns im Norderaue - Fahrwasser fahrendes Adler - Fahrgastschiff ein und zogen querab sogar daran vorbei. Wir werden wohl etwa 12 - 14 Knoten gelaufen sein.

Auf ins Trapez und mit dem Dart 20 Richtung Amrum


Nachdem wir allerdings den Nordmannsgrund steuerbord querab haben liegenlassen und Kurs Richtung Wittdün liefen, wurden die anrollenden Wellen wirklich unangenehm. Beim Brechen der Wellen entstanden weiße Schaumflächen und die Wellentäler waren ca. 1,50 m tief. Deshalb war kurz vor Amrum der Wendepunkt erreicht und wir kehrten um nach Föhr, was zurück auch nochmals ein "wilder Ritt" wurde. Nach etwas mehr als einer Stunde intensiven Katamaran - Segelns waren wir wieder am Südstrand angelangt. Nach diesem Schlag weiß ich nun auch, warum der Dart so heißt, wie er heißt!

Unser zweiter Törn: 12 nm vom Südstrand Wyk bis kurz vor Wittdün/Amrum


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